Sicherheit beim Brandfall

21.10.2021

Jetzt, wo sich das HoHo Wien mit Mieterinnen und Mietern füllt, sind Fragen nach dem Brandschutz- und Sicherheitskonzept besobnders aktuell. Ergänzend zu den früheren →Artikeln, ist zu erwähnen, dass es in vielen Bereichen neue Anforderungen gab, die auch ein erfahrenes Team an Planern und ausführenden Unternehmen vor gewisse Herausforderungen stellte. Im Falle des für ein Brandschutz- und Sicherheitskonzept unabdingbaren Druckbelüftungssystems griff man auf das Know-How des Lüftungs- und Klimatisierungsspezialisten TROX Austria zurück. Gemeinsam mit dem Planungsbüro Zencon, das in Zusammenarbeit mit ENGIE Gebäudetechnik die komplette Projektplanung der TGA Installation für den Bauherren cetus durchgeführt hat, wurde eine Lösung realisiert, die im Brandfall für größtmögliche Sicherheit im Falle einer Evakuierung sorgt. Überraschend: Holz ist TOP bei Brandschutz. Durch Bildung einer Verkohlungsschicht wird der Abbrand verzögert und damit kontrollierbar. Damit es aber gar nicht erst soweit kommt, wurden im HoHo Wien viele vorbeugende Maßnahmen ergriffen. Eine flächendeckende Brandmeldeanlage zur frühzeitigen Alarmierung, eine Sprinkleranlage, Schächte aus nicht brennbaren Baustoffen, kleine Brandschutzabschnitte – und ein Druckbelüftungssystem sorgen für dafür, dass Menschen sich wohl und sicher fühlen können.

Der Einbau eines Druckbelüftungssystems, das sich selbst mechanisch regelt und einen konstanten Überdruck im Stiegenhaus von mindestens 50 Pa aufrechterhält, sorgt dafür, dass Flucht- und Rettungswege im Brandfall rauchfrei bleiben. Das dient der Selbstrettung sowie der Unterstützung der Einsatzkräfte. Der Überdruck bewirkt eine Durchströmung von Leckageflächen (z.B. um Türen herum) vom geschützten Bereich in den möglicherweise verrauchten Bereich. Eine Strömung von Rauch oder verrauchter Luft in den Überdruckbereich wird damit verhindert. Bei den verbauten Komponenten setzte man auf Qualitätsprodukte aus dem Hause TROX. Für die Druckentlastung sorgen mehrere, zielführend positionierte Druckregeleinheiten. Die Zulufteinbringung erfolgt über Axialventilatoren der neuesten Generation. Für die Abströmung kommen CE-zertifizierte Entrauchungs-Axialventilatoren zum Einsatz. Außerdem wurden 3 Liftanlagen (Feuerwehrlifte) verbaut. Auch dort erfolgt die Zuluft über Axialventilatoren, sowie die Druckentlastung über selbstregulierende Druckregeleinheiten.

Franz Capek, Projektleiter Business Development bei TROX Austria, weist auf eine technische Spezialität hin: „Das Besondere an dieser HoHo Wien-Lösung ist die Steuerung mittels eines BUS-Systems. Mit einer BUS-Lösung spart man sowohl Material, als auch Verkabelungsaufwand – und bleibt flexibel. Einzelne Komponenten in der Peripherie können ganz einfach angesteuert werden, egal wo im Gebäude sie sich befinden. Mit diesem skalierbaren, flexiblen System können die Vorgaben des hohen Sicherheitsstandards und auch zukünftige Anforderungen erfüllt werden.“ Flexible Bussteuerung – die Technik „Die Steuerung der Druckbelüftung stellt in großen Objekten immer spezielle Anforderungen an das Planungsteam. Hier ist es hilfreich, auf die Erfahrung aus vielen Projekten zurückgreifen zu können um entsprechende Lösung zu finden“, unterstreicht Reinhard Brenner, Leiter Business Development die Komplexität dieser Lösung. „Ergeben sich Änderungen in der Nutzung der Immobilie oder werden Mietbereiche verändert, können diese Änderungen rasch an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden. Speziell für zukünftige Wartungsarbeiten ist das ausgeführte Bussystem bestens vorbereitet“, betont Brenner die Vorteile dieser Lösung. Besondere Projekte erfordern besondere Maßnahmen: „Aufgrund der Architektur musste vieles im sichtbaren Bereich montiert werden. Neben der sonst üblichen Vorgehensweise – einer sauberen aber zweckmäßigen Montage – spielt hier auch die Ästhetik eine entscheidende Rolle. Rene Mayerhofer, Geschäftsführer Zencon – Planung, Management, Immobilien, ergänzt: „Das BUS-System der Druckbelüftung war eine Erleichterung um die erforderlichen Anforderungen darstellen zu können. Von Beginn an haben wir sehr viel Wert daraufgelegt, die Detailplanung laufend mit der abnehmenden Prüfstelle abzustimmen.“

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Bildindex: (c) cetus Baudevelopment und cy architecture