Architektur

Das HoHo Wien und seine Architektur
Betrachtet man das HoHo Wien von außen, denkt man ein wenig an riesige Holzbausteine mit einer Fassade, die an eine Baumrinde erinnert. Natürlichkeit und vor allem die Sichtbarkeit der Holzflächen im Innenbereich gehören in diesem Hochhaus zur Kernidee für spürbares Erleben des Elements Holz.
Das HoHo Wien sieht jedoch nicht nur optisch schick aus und versprüht natürlichen Charme, sondern beweist auch bei der Flächennutzung Kreativität: der modulare Büro-Aufbau lässt nachträglich individuelle und jederzeit änderbare Umgestaltungen ohne großen Aufwand zu. Diese flexible Grundrissgliederung sorgt zusätzlich dafür, dass dieses Holzhochhaus seine Attraktivität für Mieter nie verliert, da eine sehr lange Nutzung in freundlichem Ambiente garantiert werden kann. Das ganzheitliche Konzept von Architekt Rüdiger Lainer inszeniert den Faktor Wohlfühlen sozusagen von selbst – denn dieses "Wohlige" ist täglich erlebbar für alle, die vorbeigehen und für alle, die hinein gehen.

 

Technologie

Intelligente Lösungen im weltweit höchsten Holzhochhaus
Für den Bau des HoHo Wien wurde das Thema Holz-Hybrid-Bauweise für großvolumige Bauten neu durchdacht um alle städtebaulichen Kriterien bestens zu erfüllen. Bei rund 84 Meter Höhe sind die besonderen Anforderungen hinsichtlich Tragwerksplanung, Brandschutz und effizienter Nutzbarkeit besonders brisant. Das bewusst einfach entwickelte Bau-System vereint bereits am Markt befindliche Systeme und garantiert so ein wirtschaftliches, hochflexibles und sicheres Gebäude in Hybridbauweise mit einem beachtlichen Nachhaltigkeitsgrad. Jedes Material wird so eingesetzt, dass es jeweils am besten den unterschiedlichen Anforderungen entspricht.
Dank innovativer Holz-Technik wird der Holzbauanteil ab dem Erdgeschoß bei rund 75 Prozent liegen, der Erschließungskern ist massiv aus Stahlbeton, hier setzt die Holztragekonstruktion auf.

 

Bau-System

Das HoHo Wien als Vorzeigeprojekt im Hybridbau
Das Bau-System des HoHo Wien besticht durch seine Schlichtheit und seine Bündelung von mehreren Baustoffen, wobei Holz immer im Vordergrund steht. Das bewusst einfache System verwendet die Stapelung vier vorgefertigter, serieller Bauelemente: Stützen, Unterzug, Deckenplatten und Fassadenelemente. An die tragenden Gebäudekerne werden die Grundflächen aus Holzverbunddecken angelagert, die ihren Abschluss an den Fassaden finden. Diese seriellen Elemente der Holzverbunddecken sind auf Holzstützen in der abschließenden Fassadenschicht  aufgelagert. Die Stützen wiederum bilden mit den ebenfalls vorgefertigten Außenwandmodulen aus Massivholz und der „erdigen“, mineralischen Sandwichschale als Fassadenoberfläche ein gemeinsames Montageelement. Die innen sichtbaren Holzflächen der durchgehenden Holzdecken, der Stützen und der Außenwand schaffen eine sinnliche, natürliche Atmosphäre.

Das Konzept der Reduktion auf wenige, einfache Bauelemente und -verbindungen in großer Zahl bewirkt gute wirtschaftliche Errichtungskosten. Der berechenbare Feuerwiderstand wird im HoHo Wien durch die angemessene Dimensionierung der Holzbauteile und die effiziente Konzeption des Gebäudes erreicht. Verkleidungen mit anderen Materialien sind daher nicht notwendig. Ganz wichtig: Holz ist auf diese Weise stets wesentlicher Teil der Innenraumatmosphäre.

 

Energiekonzept

Holz ist nicht zu toppen!
Das HoHo Wien wird nach den Kriterien des neuen Bewertungssystems TQB (Total Quality Building) der ÖGNB errichtet. Dadurch wird die Qualität des Holzhochhauses von der Planung über die Errichtung bis zur Nutzung dokumentiert und zertifiziert.
Das ausgefeilte Energiekonzept des HoHo Wiens umfasst sowohl Maßnahmen zur Energieversorgung als auch zur Vermeidung von Energieverlust. Dazu zählen unter anderem Aufzüge mit Energierückgewinnung, Photovoltaik-Anlagen, Luft-Wasser-Kollektoren für den Pool, Fundamentabsorber sowie ein dezentrales Lüftungssystem mit Konditionierung.

 

Innenraum

Großraumbüro oder Einzelmodul oder doch ganz anders?
Im Mittelpunkt des ausgefeilten Raumkonzepts steht die Flexibilität. Dies bedeutet für die künftigen Mieter und deren Mietflächen: einfaches Mitspracherecht bei der Gestaltung der Räumlichkeiten nicht nur vor Baubeginn, sondern langfristig variable Möglichkeiten – jederzeit! Auf lange Zeit flexibel und nutzungsneutral: der modulare Büro-Aufbau lässt auch nachträglich individuelle und jederzeit änderbare Umgestaltungen ohne großen Aufwand zu.  Das Konzept der Reduktion auf wenige, einfache Bauelemente und -verbindungen in großer Zahl bewirkt zudem wirtschaftliche Errichtungskosten. Die Langlebigkeit ist ein wesentlicher Faktor bei der Betrachtung einer effizienten Nachhaltigkeit.

 

Ökologische Kennzahlen

Die ökologischen Kennzahlen des HoHo Wien

Dass Holz viele positive Eigenschaften hat, ist wohl jedem bekannt. Das HoHo Wien „verbraucht", „verbaut“, „verwertet“ und „verwendet“ das Material Holz bestens:

  • Für die gesamte Konstruktion werden ca. 3.600 m³ Holz verbaut, das sind 0,6 Promille des jährlichen österreichischen Holzüberschusses!
  • Die Holzbauweise spart gegenüber einer Ausführung in Stahlbeton rund 2.800 Tonnen CO₂-Äquivalente ein. Das entspricht ca. 20 Millionen PKW-Kilometer oder 1.300 Jahre täglich 40 Kilometer Autofahrt.
  • Und, die Bauweise des HoHo Wien spart gegenüber der Ausführung in Stahlbeton rund 300.000 Megawattstunden Primärenergie ein. Das entspricht einer Primärenergieersparnis von 300.000 mWh! Das ist etwa die Menge an Energie, welche für das Heizen eines Wohnhauses mit 32 Wohneinheiten in 1.100 Jahren erforderlich ist
 

Daten & Fakten

Daten & Fakten des HoHo Wien

Eigentümer /Auftraggeber: cetus Baudevelopment GmbH, Bmstr. Ing. Caroline Palfy, Investor Günter Kerbler
Architektur/Planung: RLP Rüdiger Lainer + PartnerArch. Univ.Prof. DI Rüdiger Lainer
Tragwerksplanung, Bauphysik, techn. Gebäudeausstattung: RWT+ZT GmbH, Dipl.-Ing. Dr.techn. Richard Woschitz, MZT Dr. Ronald Mischek ZT GmbH
Brandschutzplanung: Kunz - die innovativen Brandschutzplaner, Bmstr. Dipl.-Ing. Alexander Kunz, MSc
Bruttogesamtfläche: 25.000 m²
Mietfläche: 19.500 m²
Grundstücksfläche: 3.920 m²
Gebäudeart: Hochhaus mit innovativer Holzbautechnik
Etagen: 24 Geschoße
Höhe: 84 Meter
Nutzung: Gewerbe
Baubeginn: voraussichtlich Frühjahr 2016
Fertigstellung: geplante Bauzeit 2 Jahre
Investitionsvolumen: rund 65 Millionen Euro